Zum Inhalt springen
Zurück zum Glossar
Ernährung & Nahrungsergänzung

N-Acetylcystein (NAC)

ENN-acetylcysteine (NAC)

N-Acetylcystein ist eine acetylierte Form der Aminosäure Cystein, die klinisch als Mukolytikum und als Standardantidot bei Paracetamol-Überdosierung eingesetzt wird. Der zentrale Wirkmechanismus in klinischen wie longevity-bezogenen Kontexten ist die Auffüllung des intrazellulären Cystein-Pools, dem geschwindigkeitsbestimmenden Vorläufer der Glutathion-Biosynthese, wodurch die Kapazität des γ-Glutamyl-Cysteinyl-Glycin- (GSH-)Systems zur Pufferung reaktiver Sauerstoffspezies, zur Stützung der mitochondrialen Redox-Balance und zur Unterstützung der Phase-II-Entgiftung wiederhergestellt wird. Die orale Bioverfügbarkeit ist mäßig und variabel infolge des First-pass-Metabolismus; liposomale und retardierte Formulierungen werden untersucht. Über die antioxidative Wirkung hinaus moduliert NAC die NF-κB-vermittelte Entzündungssignalgebung und kann cystein-bezogene DNA-Methylierungsverschiebungen dämpfen. Als Monotherapie wurde es bei COPD, psychiatrischen Erkrankungen und Stoffwechselstörungen mit uneinheitlichen Ergebnissen geprüft. Im Longevity-Kontext ist es am relevantesten als cysteinspendendes Element der GlyNAC-Kombination.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Atkuri KR, Mantovani JJ, Herzenberg LA, Herzenberg LA. (2007). N-Acetylcysteine — a safe antidote for cysteine/glutathione deficiency. *Current Opinion in Pharmacology*doi:10.1016/j.coph.2007.04.005
  2. Lizzo G, Migliavacca E, Lamers D, Frézal A, Corthesy J, Vinyes-Parès G, Bosco N, Karagounis LG, Hövelmann U, Heise T, von Eynatten M, Gut P. (2022). A Randomized Controlled Clinical Trial in Healthy Older Adults to Determine Efficacy of Glycine and N-Acetylcysteine Supplementation on Glutathione Redox Status and Oxidative Damage. *Frontiers in Aging*doi:10.3389/fragi.2022.852569