Zum Inhalt springen
Zurück zum Glossar
Ernährung & Nahrungsergänzung

Alpha-Liponsäure (ALA)

ENAlpha-lipoic acid (ALA)

Alpha-Liponsäure (ALA) ist eine schwefelhaltige Fettsäure, die als Kofaktor zweier mitochondrialer Enzymkomplexe — Pyruvatdehydrogenase und α-Ketoglutaratdehydrogenase — Glykolyse und Citratzyklus verknüpft. Nur das R-Enantiomer (R-ALA) ist proteingebunden und biologisch aktiv; handelsübliche Präparate enthalten meist ein racemisches R/S-Gemisch, die orale Bioverfügbarkeit der R-Form liegt ~40–50 % über der S-Form. ALA und ihr reduzierter Metabolit Dihydroliponsäure (DHLA) sind fett- und wasserlöslich; sie fangen freie Radikale in verschiedenen Zellkompartimenten ab und regenerieren oxidiertes Glutathion sowie Vitamin C und E — eine Recyclingkaskade, die ALA von Antioxidantien mit nur einem Wirkort unterscheidet. Im Alter nehmen mitochondriale Funktion und endogenes Glutathion ab; in Tiermodellen stellte ALA beides teilweise wieder her, direkte Belege am Menschen fehlen. Die stärkste klinische Evidenz stammt aus der diabetischen Polyneuropathie: Die SYDNEY-Studie (Ametov et al., 2003, n=120) zeigte, dass intravenöse ALA (600 mg/Tag, drei Wochen) neuropathische Symptomscores gegenüber Placebo signifikant senkte (p<0,001). Die vierjährige randomisierte NATHAN-1-Studie (Ziegler et al., 2011, n=460) prüfte orale ALA 600 mg/Tag; der primäre Endpunkt (NIS-Untere Extremitäten plus sieben neurophysiologische Tests) erreichte keine Signifikanz (p=0,105), sekundäre Scores (NIS, NIS-LL) fielen zugunsten von ALA aus. Bei gesunden älteren Menschen ist die Evidenz vorläufig und auf Tier- oder kleinere mechanistische Studien beschränkt; ein langfristiger Langlebigkeitsvorteil beim Menschen ist nicht belegt.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Ametov AS, Barinov A, Dyck PJ, et al.. (2003). The Sensory Symptoms of Diabetic Polyneuropathy Are Improved With α-Lipoic Acid. *Diabetes Care*doi:10.2337/diacare.26.3.770
  2. Ziegler D, Low PA, Litchy WJ, et al.. (2011). Efficacy and Safety of Antioxidant Treatment With α-Lipoic Acid Over 4 Years in Diabetic Polyneuropathy: The NATHAN 1 Trial. *Diabetes Care*doi:10.2337/dc11-0503
  3. Salehi B, Yılmaz YB, Antika G, et al.. (2019). Insights on the Use of α-Lipoic Acid for Therapeutic Purposes. *Biomolecules*doi:10.3390/biom9080356