Schlafarchitektur
ENSleep architecture
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Schlafarchitektur bezeichnet die zyklische Organisation der Schlafstadien über die Nacht, typischerweise bestehend aus vier bis sechs etwa 90-minütigen ultradianen Zyklen, die jeweils N1, N2, N3 (Tiefschlaf) und REM durchlaufen, wobei N3 die frühen Zyklen dominiert und REM in den späteren zunimmt. Gesunder Schlaf bei jungen bis mittelalten Erwachsenen enthält etwa 13–23 % N3 und 20–25 % REM (wobei N3 bis zum 70. Lebensjahr auf unter 10 % zurückgeht), wobei die Normwerte je nach Alter, Geschlecht und Messmethode variieren. Störungen der Architektur – etwa die Unterdrückung von N3 durch Alkohol, die Fragmentierung des REMs durch Schlafapnoe oder der altersbedingte Tiefschlafverlust – haben funktionelle Konsequenzen für Gedächtniskonsolidierung, Hormonsekretion, Immunregulation und kardiovaskuläre Erholung und machen Architekturparameter zu einem zentralen Ziel der longevity-orientierten Schlafdiagnostik.
Quellen
- Rechtschaffen A, Kales A. (1968). A Manual of Standardized Terminology, Techniques and Scoring System for Sleep Stages of Human Subjects. *US Government Printing Office*
- Moser D, Anderer P, Gruber G et al.. (2009). Sleep classification according to AASM and Rechtschaffen & Kales: effects on sleep scoring parameters. *Sleep*doi:10.1093/sleep/32.2.139
