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Therapeutika

AAV-Gentherapie

ENAAV gene therapy

Die AAV-Gentherapie nutzt rekombinante Kapsid-Varianten des Adeno-assoziierten Virus, um eine Transgen-Kassette – üblicherweise bestehend aus Promotor, kodierender Sequenz und Poly-A-Signal – in Zielgewebe einzuschleusen. Verschiedene Serotypen (AAV9 für ZNS/Muskel, AAV8 für die Leber, AAV2 für die Retina) besitzen durch Kapsidstruktur und Rezeptorinteraktionen definierte Gewebetropismen; die Verpackungskapazität von etwa 4,7 kb begrenzt, welche Gene als einzelnes Konstrukt übertragen werden können. Präexistente neutralisierende Antikörper und T-Zell-Antworten gegen Kapsidproteine sind die wesentlichen immunologischen Hürden und erforderten in manchen Studien Plasmapherese oder hochdosierte Immunsuppression. In präklinischen Longevity-Arbeiten wurden AAV-Vektoren zur Übertragung von Klotho-, TERT-, Follistatin- und FGF21-Transgenen in Nagern eingesetzt, mit funktionellen Verbesserungen als Ergebnis; ein zugelassenes Anti-Aging-AAV-Produkt existiert nicht, und alle humanen Longevity-Anwendungen bleiben experimentell oder auf den Compassionate-Use beschränkt.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Wang D, Tai PWL, Gao G. (2019). Adeno-associated virus vector as a platform for gene therapy delivery. *Nature Reviews Drug Discovery*doi:10.1038/s41573-019-0012-9
  2. Duan D, Goemans N, Takeda S, Mercuri E, Aartsma-Rus A. (2021). Duchenne muscular dystrophy. *Nature Reviews Disease Primers*doi:10.1038/s41572-021-00248-3