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Immunsystem

Typ-I-Interferone (IFN-α/β)

ENType I interferons (IFN-α/β)

Typ-I-Interferone, hauptsächlich IFN-α (in mehreren Subtypen) und IFN-β, sind Zytokine, die von nahezu allen kernhaltigen Zellen als Reaktion auf virale Nukleinsäuren sezerniert werden, die von angeborenen Mustererkennungsrezeptoren detektiert werden, allen voran dem cGAS-STING-Weg für zytosolische DNA sowie TLR7/TLR9 für endosomale RNA/DNA. Sie signalisieren über den IFNAR1/IFNAR2-Rezeptorkomplex und induzieren Hunderte von Interferon-stimulierten Genen, die einen antiviralen Zellzustand etablieren, NK-Zellen aktivieren und angeborene mit adaptiver Immunität verbinden. Chronische, niedriggradige Typ-I-IFN-Signalgebung, im Alter angetrieben durch akkumulierte zytosolische DNA-Fragmente, mitochondriale DNA-Ausleitung und Retrotransposon-Aktivität, die cGAS-STING aktiviert, ist ein wichtiger Beitrag zum Inflammaging. Pathologische Extreme konstitutiver Typ-I-IFN-Aktivierung werden durch SAVI (STING-assoziierte Vaskulopathie mit Beginn im Säuglingsalter) und das Singleton-Merten-Syndrom veranschaulicht, monogene Interferonopathien, die das gewebsschädigende Potenzial unkontrollierter Typ-I-IFN-Signalgebung illustrieren.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Isaacs A, Lindenmann J. (1957). Virus Interference. I. The Interferon. *Proceedings of the Royal Society of London. Series B, Biological Sciences*doi:10.1098/rspb.1957.0048
  2. Trinchieri G. (2010). Type I Interferon: Friend or Foe?. *Journal of Experimental Medicine*doi:10.1084/jem.20101664