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Immunsystem

CMV (Zytomegalievirus)

ENCMV (Cytomegalovirus)

Das Zytomegalievirus ist ein ubiquitäres Beta-Herpesvirus, das nach der Erstinfektion eine lebenslange Latenz etabliert; die Seroprävalenz liegt in Hocheinkommensländern bei etwa 40–70 %, wobei die Raten in älteren Altersgruppen deutlich ansteigen, und in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas bei über 90 %. Da CMV nie vollständig eliminiert wird, unterhält das Immunsystem eine große, chronisch aktivierte CD8+-T-Zell-Antwort gegen virale Antigene, ein Prozess, der als Gedächtnisinflation bezeichnet wird. Im Laufe der Jahrzehnte besetzen diese oligoklonalen CMV-spezifischen CD8+-Expansionen einen wachsenden Anteil des gesamten T-Zell-Repertoires, verdrängen naive Zellen und verengen die immunologische Breite. Dies ist mit schlechten Impfantworten, Gebrechlichkeit und erhöhter Gesamtmortalität im Alter verknüpft. CMV-Seropositvität gilt als einer der stärksten extrinsischen Treiber der Immunoseneszenz und wird inzwischen in Immunalter-Profilerhebungen wie dem Immune Risk Profile berücksichtigt.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Pawelec G, Derhovanessian E, Larbi A, Strindhall J, Wikby A. (2009). Cytomegalovirus and human immunosenescence. *Reviews in Medical Virology*doi:10.1002/rmv.598
  2. Simanek AM, Dowd JB, Pawelec G, Melzer D, Dutta A, Aiello AE. (2011). Seropositivity to Cytomegalovirus, Inflammation, All-Cause and Cardiovascular Disease-Related Mortality in the United States. *PLOS ONE*doi:10.1371/journal.pone.0016103