RDW (Erythrozytenverteilungsbreite)
ENRDW (red cell distribution width)
Die Erythrozytenverteilungsbreite (RDW, Red Cell Distribution Width) ist ein quantitatives Maß für die Variabilität des Erythrozytenvolumens (Anisozytose), angegeben als Variationskoeffizient der Erythrozytenvolumenverteilung aus automatisierten Hämatologieanalysatoren; der Normalbereich liegt bei etwa 11,5–14,5 %. Erhöhte RDW-Werte spiegeln heterogene Erythrozytenpopulationen wider und entstehen bei Eisen-, B12- oder Folsäuremangel, Hämolyse, Transfusionen oder ineffektiver Erythropoese. Unabhängig von ihrer Rolle in der Anämiediagnostik ist eine erhöhte RDW ein robuster, reproduzierbarer Prädiktor für Gesamt- und kardiovaskuläre Mortalität in der Allgemeinbevölkerung, wobei Assoziationen auch innerhalb des Referenzbereichs nachweisbar sind. Als Mechanismen werden chronische Entzündung, oxidativer Stress, Nährstoffmangel und eingeschränkte Knochenmarkfunktion diskutiert, die alle die erythropoetische Homöostase stören. Die RDW wird zunehmend als einfacher, kostengünstiger Marker des biologischen Alterns und physiologischer Reservekapazität anerkannt.
Quellen
- Patel KV, Ferrucci L, Ershler WB, Longo DL, Guralnik JM. (2009). Red Blood Cell Distribution Width and the Risk of Death in Middle-aged and Older Adults. *Archives of Internal Medicine*doi:10.1001/archinternmed.2009.11
- Perlstein TS, Weuve J, Pfeffer MA, Beckman JA. (2009). Red Blood Cell Distribution Width and Mortality Risk in a Community-Based Prospective Cohort. *Archives of Internal Medicine*doi:10.1001/archinternmed.2009.55
