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Zellbiologie

LINE-1 / Retrotransposon-Aktivierung

ENLINE-1 / Retrotransposon activation

Long Interspersed Nuclear Elements-1 (LINE-1, kurz L1) sind autonome Retrotransposons, die etwa 17 % des menschlichen Genoms ausmachen; sie kodieren die Proteine ORF1p und ORF2p, die einen Kopier-und-Einfüge-Mechanismus vermitteln, durch den sich LINE-1-Sequenzen über ein RNA-Intermediat replizieren und neue Kopien an anderer Stelle im Genom einfügen können. In somatischen Zellen werden LINE-1-Elemente normalerweise durch DNA-Methylierung, H3K9me3-Heterochromatin und das PIWI-piRNA-System zum Schweigen gebracht, doch ihre Repression schwächt sich mit zunehmendem Alter ab, wenn Heterochromatin erodiert. Reaktivierte LINE-1-Elemente können über zytosolische, revers transkribierte DNA den cGAS-STING-Signalweg des angeborenen Immunsystems auslösen, genomische Instabilität durch neue Insertionen fördern und zur entzündlichen Umgebung gealterter Zellen beitragen; Reverse-Transkriptase-Inhibitoren wie Lamivudin konnten in Mausmodellen in einigen Studien LINE-1-getriebene Entzündung unterdrücken und die Gesundheitsspanne verlängern.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. De Cecco M, Ito T, Petrashen AP, et al.. (2019). L1 drives IFN in senescent cells and promotes age-associated inflammation. *Nature*doi:10.1038/s41586-018-0784-9