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Umwelt & Exposom

Exposom

ENExposome

Das Exposom bezeichnet die Gesamtheit aller Umwelteinflüsse, denen ein Mensch von der Empfängnis bis zum Tod ausgesetzt ist — chemische, physikalische, biologische, lifestyle-bezogene und soziale Faktoren eingeschlossen. Den Begriff prägte Christopher Wild 2005 als konzeptionelles Gegenstück zum Genom. In einer späteren Ausarbeitung unterschied Wild drei überlappende Domänen: das allgemeine externe Milieu (Urbanisierungsgrad, Klima, sozioökonomische Stellung), das spezifische externe Milieu (Ernährung, körperliche Aktivität, Tabak, Berufsexposition, Schadstoffe) und das interne Milieu (Stoffwechselstatus, Mikrobiom-Zusammensetzung, oxidativer Stress, Entzündungsaktivität). Die Messung des Exposoms — die sogenannte Exposomik — kombiniert tragbare Sensoren, Blut- und Urin-Biomarker (Addukte, Metaboliten), geographische Expositionsdaten sowie Multi-Omics-Profile. Epidemiologische Großkohorten belegen konsistent, dass eine hohe Exposom-Last die biologische Alterung beschleunigt: über oxidativen DNA-Schaden, mitochondriale Dysfunktion, zelluläre Seneszenz und den Fortschritt epigenetischer Uhren. Eine WHO-Analyse zur globalen Krankheitslast durch Umweltfaktoren (Prüss-Üstün et al., 2016) ordnet etwa 24 % aller globalen Todesfälle veränderbaren Umweltfaktoren zu. Assoziationen einzelner Exposom-Komponenten mit Alterungsendpunkten sind in Humanstudien gut dokumentiert; die Trennung kausaler Pfade von Konfundierung über Tausende gleichzeitig wirkender Expositionen hinweg bleibt jedoch eine offene methodische Aufgabe — das Feld steht bei Assoziationsbefunden auf solidem Boden, bei kausaler Inferenz noch im Aufbau.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Wild CP. (2005). Complementing the Genome with an 'Exposome': The Outstanding Challenge of Environmental Exposure Measurement in Molecular Epidemiology. *Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention*doi:10.1158/1055-9965.EPI-05-0456
  2. Pandics T, Major D, Fazekas-Pongor V, et al.. (2023). Exposome and unhealthy aging: environmental drivers from air pollution to occupational exposures. *GeroScience*doi:10.1007/s11357-023-00913-3
  3. Aliberti SM, Capunzo M. (2025). The Power of Environment: A Comprehensive Review of the Exposome's Role in Healthy Aging, Longevity, and Preventive Medicine—Lessons from Blue Zones and Cilento. *Nutrients*doi:10.3390/nu17040722