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Umwelt & Exposom

PFAS (Ewigkeitschemikalien)

ENPFAS (forever chemicals)

Geprüft von

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine Klasse aus tausenden synthetischen Chemikalien, die durch extrem stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindungen charakterisiert sind, was zu persistentem Verbleib in der Umwelt und, bei langkettigen Verbindungen wie PFOA und PFOS, zu Serumhalbwertszeiten von mehreren Jahren im menschlichen Körper führt. Expositionspfade umfassen belastetes Trinkwasser, Lebensmittelverpackungen, Antihaftbeschichtungen und beruflichen Kontakt; PFAS wurden weltweit in Blut und Gewebe nachgewiesen, auch in arktischen Bevölkerungen ohne direkte Industrienähe. Epidemiologisch werden PFAS-Expositionen mit supprimierten Impfantikörpertitern, Dyslipidämie, Schilddrüsenhormon-Dysregulation, vermindertem Geburtsgewicht und erhöhtem Nieren- und Hodenkarzinom-Risiko assoziiert; mechanistisch spielen PPAR-alpha-Aktivierung und Kernrezeptor-Interferenz eine Rolle. Die US-EPA hat im April 2024 die National Primary Drinking Water Regulation finalisiert und verbindliche Grenzwerte von 4 Parts per Trillion für PFOA und PFOS im Trinkwasser festgelegt; die EU verfolgt eine REACH-Beschränkung für ganze PFAS-Substanzgruppen.

Quellen

  1. Grandjean P, Andersen EW, Budtz-Jørgensen E, Nielsen F, Mølbak K, Weihe P, Heilmann C. (2012). Serum vaccine antibody concentrations in children exposed to perfluorinated compounds. *JAMA*doi:10.1001/jama.2011.2034
  2. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine. (2022). Guidance on PFAS Exposure, Testing, and Clinical Follow-Up. *National Academies Press*doi:10.17226/26156
  3. US Environmental Protection Agency. (2024). PFAS National Primary Drinking Water Regulation. *Federal Register*