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Konzepte & Theorien

Confounding (Störgrößen)

ENConfounding

Confounding (Störgrößenverzerrung) bezeichnet die Verzerrung eines geschätzten Zusammenhangs zwischen einer Exposition und einem Outcome durch eine dritte Variable — die Störgröße (Confounder) —, die unabhängig mit beiden assoziiert ist, ohne auf dem kausalen Pfad zu liegen. In der Alternsforschung tritt der sogenannte Healthy-User-Bias besonders häufig auf: Personen, die eine präventive Maßnahme ergreifen (etwa Statineinnahme, kalorische Restriktion oder regelmäßiges Ausdauertraining), weisen in der Regel günstigere Ausgangscharakteristika und Lebensstilmerkmale auf — scheinbare Überlebensvorteile in Beobachtungskohorten spiegeln daher oft diese nicht gemessenen Vorteile wider, nicht die Intervention selbst. Statistische Verfahren zur Kontrolle — multiple Regression, Propensity-Score-Matching, inverse-probability-Gewichtung und Mendel'sche Randomisierung — mindern Confounding, können es jedoch selten vollständig beseitigen, da nicht erfasste Variablen ein residuales Confounding hinterlassen; Shrank et al. (2011) zeigten, dass selbst eine weitreichende Kovariatenadjustierung in Medicare-Pharmakoepidemiologiestudien den Healthy-User-Bias nicht vollständig entfernte. Der von VanderWeele und Ding (2017) eingeführte E-Wert quantifiziert, wie stark ein nicht gemessener Confounder auf der Risikoverhältnis-Skala sein müsste, um eine beobachtete Assoziation vollständig zu erklären — er bietet damit einen praktischen Maßstab, um die Verlässlichkeit einzelner Befunde aus Beobachtungsstudien zur Langlebigkeit einzuschätzen.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Greenland S, Pearl J, Robins JM. (1999). Causal Diagrams for Epidemiologic Research. *Epidemiology*doi:10.1097/00001648-199901000-00008
  2. Shrank WH, Patrick AR, Brookhart MA. (2011). Healthy User and Related Biases in Observational Studies of Preventive Interventions: A Primer for Physicians. *Journal of General Internal Medicine*doi:10.1007/s11606-010-1609-1
  3. VanderWeele TJ, Ding P. (2017). Sensitivity Analysis in Observational Research: Introducing the E-Value. *Annals of Internal Medicine*doi:10.7326/M16-2607