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Konzepte & Theorien

Absolutes vs relatives Risiko

ENAbsolute vs relative risk

Das absolute Risiko (AR) bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines definierten Zeitraums ein Ereignis zu erleben — etwa einen Herzinfarkt, eine Krebsdiagnose oder den Tod. Das relative Risiko (RR) drückt diese Wahrscheinlichkeit als Verhältnis gegenüber einer Referenzgruppe aus; die relative Risikoreduktion (RRR) ist der proportionale Rückgang der Ereignisrate zwischen behandelter und unbehandelter Gruppe. Da die RRR vom Ausgangsrisiko unabhängig ist, liefern ein Medikament, das Ereignisse von 2 % auf 1 % senkt, und eines, das sie von 40 % auf 20 % senkt, beide eine RRR von 50 % — bei ARR von 1 bzw. 20 Prozentpunkten und einer Number Needed to Treat (NNT) von 100 bzw. 5. Bei niedrigem Ausgangsrisiko führen als 30–40-prozentige Risikosenkung präsentierte Interventionen häufig zu einer ARR unter 2 Prozentpunkten über fünf Jahre. Eine Übersicht von 222 Artikeln in sechs führenden Fachzeitschriften — darunter BMJ, NEJM und JAMA — ergab, dass 68 % die absoluten Risiken neben Verhältnismaßen nicht auswiesen (Schwartz et al. 2006), was den wahrgenommenen Nutzen überzeichnet. Die sachgerechte Bewertung einer Longevity-Intervention erfordert ARR und NNT neben der RRR; selbst eine hohe RRR kann einem geringen absoluten Gewinn entsprechen.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Schwartz LM, Woloshin S, Dvorin EL, et al.. (2006). Ratio measures in leading medical journals: structured review of accessibility of underlying absolute risks. *BMJ*doi:10.1136/bmj.38985.564317.7C
  2. Ranganathan P, Pramesh CS, Aggarwal R. (2016). Common pitfalls in statistical analysis: Absolute risk reduction, relative risk reduction, and number needed to treat. *Perspectives in Clinical Research*doi:10.4103/2229-3485.173773
  3. Brown RB. (2022). Relative risk reduction: Misinformative measure in clinical trials and COVID-19 vaccine efficacy. *Dialogues in Health*doi:10.1016/j.dialog.2022.100074