Vaskuläre Demenz
ENVascular dementia
Vaskuläre Demenz ist kognitive Beeinträchtigung, die den Alltag stört und auf zerebrovaskuläre Erkrankung zurückgeht; sie ist nach Alzheimer die zweithäufigste Demenzform. Pathologische Substrate sind territoriale Infarkte, Lakunen, Marklagerveränderungen (White-Matter-Hyperintensities), Mikroblutungen und Mikroinfarkte, erweiterte perivaskuläre Räume und chronische Störung der Blut-Hirn-Schranke, oft unter Small Vessel Disease zusammengefasst. Mischpathologie mit Alzheimer-Amyloid und -Tau ist im Alter häufig und erhöht das kognitive Risiko bei gegebener Pathologielast beider Achsen. Die VICCCS-2-Konsensus-Kriterien (2018) operationalisieren milde und ausgeprägte vaskuläre kognitive Störung und unterscheiden Post-Stroke-, subkortikal-ischämische, Multi-Infarkt- und Misch-Subtypen. Therapie zielt auf vaskuläre Risikofaktoren; eine krankheitsmodifizierende Therapie ist nicht zugelassen. Das Lancet-Commission-Update 2024 zu Demenzprävention (Livingston et al.) erweiterte den Katalog modifizierbarer Risikofaktoren auf 14 und ergänzte unbehandelten Sehverlust und hohes LDL-Cholesterin – beides direkt relevant für vaskuläre kognitive Risiken.
Quellen
- Iadecola C. (2013). The Pathobiology of Vascular Dementia. *Neuron*doi:10.1016/j.neuron.2013.10.008
- Iadecola C, Duering M, Hachinski V, Joutel A, Pendlebury ST, Schneider JA, Dichgans M. (2019). Vascular Cognitive Impairment and Dementia: JACC Scientific Expert Panel. *Journal of the American College of Cardiology*doi:10.1016/j.jacc.2019.04.034
- Skrobot OA, Black SE, Chen C, DeCarli C, Erkinjuntti T, Ford GA, et al.. (2018). Progress toward standardized diagnosis of vascular cognitive impairment: Guidelines from the Vascular Impairment of Cognition Classification Consensus Study. *Alzheimer's & Dementia*doi:10.1016/j.jalz.2017.09.007
