Einsamkeit (als Gesundheitsrisiko)
ENLoneliness (as health risk)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Einsamkeit, das subjektive Gefühl sozialer Isolation, gilt heute als eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und frühzeitige Sterblichkeit. Meta-Analysen von Holt-Lunstad und Kollegen zeigen, dass starke soziale Beziehungen mit etwa 50 % höheren Überlebenschancen verbunden waren (2010, PLOS Medicine) und dass soziale Isolation, Einsamkeit und Alleinleben das Gesamtmortalitätsrisiko unabhängig um rund 26–32 % erhöhen (2015, Perspectives on Psychological Science). Holt-Lunstad hat diesen Effekt analogisch mit dem Mortalitätsrisiko des Rauchens von bis zu 15 Zigaretten täglich verglichen, eine Formulierung, die später im US Surgeon General's Advisory von 2023 zur Einsamkeitsepidemie aufgegriffen wurde. Einsamkeit dysreguliert Entzündungsprozesse, Schlaf und die Stressachse. In der Longevity-Forschung gilt ihre Bekämpfung durch Gemeinschaft, Sinnhaftigkeit und Beziehungen als zentrale, evidenzbasierte Maßnahme.
Quellen
- Holt-Lunstad J, Smith TB, Baker M, Harris T, Stephenson D. (2015). Loneliness and Social Isolation as Risk Factors for Mortality: A Meta-Analytic Review. *Perspectives on Psychological Science*doi:10.1177/1745691614568352
- Holt-Lunstad J, Smith TB, Layton JB. (2010). Social Relationships and Mortality Risk: A Meta-analytic Review. *PLOS Medicine*doi:10.1371/journal.pmed.1000316
