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Therapeutika

Aspirin (niedrig dosiert)

ENAspirin (low-dose)

Niedrig dosiertes Aspirin (typischerweise 75–100 mg täglich) ist ein irreversibler COX-1-Hemmer, der die Thromboxan-A2-Synthese in Thrombozyten unterdrückt und so die Plättchenaggregation reduziert. Zugelassen ist es zur Sekundärprävention von Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall, wo der Nutzen das Blutungsrisiko klar überwiegt. Die ASPREE-Studie bei gesunden Älteren zeigte keinen kardiovaskulären Nutzen, vermehrte schwere Blutungen und ein frühes Signal erhöhter Gesamtmortalität (überwiegend krebsgetrieben und in der ASPREE-XT-Verlängerung abgeschwächt). Aktuelle Leitlinien raten von routinemäßiger Primärprävention ab; die USPSTF 2022 empfiehlt eine individualisierte Entscheidung bei 40–59-Jährigen mit ≥10 % 10-Jahres-CVD-Risiko und rät ab 60 Jahren von einer Neueinleitung ab. Krebspräventionseffekte bleiben experimentell.

Quellen

  1. McNeil JJ, Wolfe R, Woods RL et al. (ASPREE Investigator Group). (2018). Effect of Aspirin on Cardiovascular Events and Bleeding in the Healthy Elderly. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1805819
  2. McNeil JJ, Nelson MR, Woods RL et al. (ASPREE Investigator Group). (2018). Effect of Aspirin on All-Cause Mortality in the Healthy Elderly. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1803955