Harnsäure
ENUric acid
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels beim Menschen, überwiegend in der Leber durch Xanthinoxidase gebildet und vorwiegend renal (~70 %) sowie anteilig intestinal ausgeschieden. Hyperurikämie (üblicherweise definiert als >6,8 mg/dl bzw. >404 µmol/l, der Sättigungsgrenze, oberhalb derer Mononatriumurat-Kristalle ausfallen können; einige Leitlinien verwenden geschlechtsspezifische Werte von >6 mg/dl bei Frauen und >7 mg/dl bei Männern, während <6 mg/dl bzw. <360 µmol/l gemäß ACR 2020 / EULAR 2016 den harnsäuresenkenden Treat-to-target-Bereich bei manifester Gicht darstellt) ist die Voraussetzung für die Ablagerung von Mononatriumurat-Kristallen, die Gichtarthritis und Uratnephropathie verursachen. Jenseits der Gicht ist dauerhaft erhöhte Harnsäure epidemiologisch mit Hypertonie, Insulinresistenz, metabolischem Syndrom, chronischer Nierenerkrankung und kardiovaskulären Ereignissen assoziiert; ob diese Assoziationen kausal sind oder durch Confounder bedingt, wird kontrovers diskutiert, da Mendelsche Randomisierungsergebnisse uneinheitlich ausfallen. Die renale Tubulushhandhabung und die Ausscheidung werden stark durch purinreiche Lebensmittel (rotes Fleisch, Innereien, Bier, Fruktose) sowie Medikamente (Thiazide, niedrig dosiertes Aspirin, Ciclosporin) beeinflusst; niedrigere Serumspiegel sind in den meisten Bevölkerungsstudien mit besserer metabolischer Gesundheit assoziiert.
Quellen
- Alderman MH, Cohen H, Madhavan S, Kivlighn S. (1999). Serum uric acid and cardiovascular events in successfully treated hypertensive patients. *Hypertension*doi:10.1161/01.HYP.34.1.144
- Kim SY, Guevara JP, Kim KM, Choi HK, Heitjan DF, Albert DA. (2010). Hyperuricemia and coronary heart disease: a systematic review and meta-analysis. *Arthritis Care & Research*doi:10.1002/acr.20065
