PSA (Prostata-spezifisches Antigen)
ENPSA (Prostate-specific antigen)
Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist eine Serinprotease der Kallikrein-Familie, die fast ausschließlich von Prostaatepithelzellen gebildet wird; es verflüssigt das Samenkoagulum, tritt aber in einem Ausmaß, das dem Grad der Störung der Drüsenarchitektur der Prostata entspricht, in den Blutkreislauf über. Erhöhte PSA-Werte im Serum (häufig ab 4 ng/ml als auffällig gewertet, wobei Grenzwerte je nach Alter und Risikoprofil variieren) können auf Prostatakarzinom, benigne Prostatahyperplasie, Prostatitis oder mechanische Reizung hinweisen; der positive Vorhersagewert für ein Karzinom liegt bei Werten von 4–10 ng/ml bei etwa 20–30 %, wobei Alter, ethnische Herkunft, rektaler Tastbefund und PSA-Dichte diesen Schätzwert erheblich beeinflussen. Abgeleitete Parameter, PSA-Dichte, PSA-Velocität, Verhältnis von freiem zu Gesamt-PSA sowie altersabhängige Normwertbereiche, verbessern die Spezifität und senken die Rate unnötiger Biopsien. PSA-basiertes Screening hat in einigen randomisierten Studien (ERSPC) eine moderate Senkung der prostatakrebsbedingten Mortalität gezeigt, in anderen (PLCO) hingegen nicht, und erfasst zudem viele indolente Tumoren, was zu einer Empfehlung gemeinsamer Entscheidungsfindung führt (USPSTF Grad C für 55–69 Jahre) über seinen Einsatz als Langlebigkeits-Screening-Instrument.
Quellen
- Schröder FH, Hugosson J, Roobol MJ, Tammela TL, Ciatto S, Nelen V, et al.. (2009). Screening and Prostate-Cancer Mortality in a Randomized European Study. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa0810084
- Andriole GL, Crawford ED, Grubb RL, Buys SS, Chia D, Church TR, et al.. (2009). Mortality results from a randomized prostate-cancer screening trial. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa0810696
- Grossman DC, Curry SJ, Owens DK, et al.. (2018). Screening for Prostate Cancer: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. *JAMA*doi:10.1001/jama.2018.3710
