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Genetik

Pharmakogenomik

ENPharmacogenomics

Die Pharmakogenomik untersucht, wie genetische Variation, vor allem in arzneimittelmetabolisierenden Enzymen, Transportern und Arzneimittelzielen, die individuelle Arzneimittelreaktion hinsichtlich Wirksamkeit und Toxizität beeinflusst. CYP2C9- und VKORC1-Varianten sind das kanonische Beispiel für die Warfarin-Dosierung: Langsame Metabolisierer bei CYP2C9 in Kombination mit VKORC1-Niedrigexpressionshalotypen benötigen deutlich niedrigere Dosen zur therapeutischen Antikoagulation, und genotypbasierte Dosierungsalgorithmen reduzieren Blutungsereignisse. Bei Statinen erhöht eine nicht-synonyme Variante in SLCO1B1 (rs4149056, Val174Ala) durch verminderte hepatische Aufnahme von Simvastatin und Atorvastatin die Plasmaarzneimittelspiegel und das Myopathierisiko bei CC-Homozygoten um ein Mehrfaches. Die Pharmakogenomik ist besonders relevant für ältere Erwachsene mit Polypharmazie, da Arzneimittel-Arzneimittel-Gen-Interaktionen sich mit altersbedingten Veränderungen der Nieren- und Leberfunktion kumulieren; die klinische Implementierung durch präemptive Panel-Genotypisierung wächst, und CPIC-Leitlinien bieten evidenzbasierte Dosierungsempfehlungen für über 40 Arzneimittel-Gen-Paare.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Evans WE, Relling MV. (1999). Pharmacogenomics: translating functional genomics into rational therapeutics. *Science*doi:10.1126/science.286.5439.487
  2. Weinshilboum R. (2003). Inheritance and drug response. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMra020021