Parasympathische Aktivierung
ENParasympathetic activation
Parasympathische Aktivierung beschreibt das Einsetzen des Ruhe- und Erholungszweigs des autonomen Nervensystems, überwiegend vermittelt durch den Vagusnerv zu thorakalen und oberen Bauchorganen, ergänzt durch parasympathische Bahnen über die Nervi splanchnici pelvici zu den unteren Magen-Darm- und Urogenitalorganen. Sie verlangsamt den Herzschlag, senkt den Blutdruck, fördert die Verdauung, unterstützt die Erholung und moduliert die Entzündungsaktivität über den cholinergen antiinflammatorischen Signalweg. Langsame, gleichmäßige Atmung, Meditation und tiefer Schlaf erhöhen den parasympathischen Tonus, sichtbar an höheren RMSSD-Werten. Kaltwasser-Gesichtsimmersion aktiviert den Vagus über den Tauchreflex, während Ganzkörperkälte primär sympathisch wirkt und erst in der Erholungsphase einen parasympathischen Rebound zeigt.
Quellen
- Malik M, Bigger JT, Camm AJ, et al.. (1996). Heart rate variability: Standards of measurement, physiological interpretation, and clinical use. Task Force of the European Society of Cardiology and the North American Society of Pacing and Electrophysiology. *European Heart Journal*doi:10.1093/oxfordjournals.eurheartj.a014868
- Thayer JF, Lane RD. (2007). The role of vagal function in the risk for cardiovascular disease and mortality. *Biological Psychology*doi:10.1016/j.biopsycho.2005.11.013
