Fibrinogen
Fibrinogen (Gerinnungsfaktor I) ist ein in der Leber gebildetes 340-kDa-Glykoprotein, das bei der Gerinnung zu Fibrin polymerisiert und gleichzeitig ein Akute-Phase-Protein ist. Du misst es per Clauss-Methode (gerinnungsbasiert) oder Immunoassay; der typische Referenzbereich liegt bei 200–400 mg/dL (2,0–4,0 g/L). Neben seiner Hämostase-Rolle ist Plasma-Fibrinogen ein unabhängiger kardiovaskulärer Risikomarker: Die Fibrinogen Studies Collaboration zeigte in einer Meta-Analyse mit 154.211 Erwachsenen eine Hazard Ratio von etwa 2,4 (95 %-KI 2,3–2,6) für koronare Herzkrankheit pro 1 g/L höherem Fibrinogen, mit ähnlichen Effekten für Schlaganfall und nicht-vaskuläre Mortalität. Konfounder sind akute Infekte oder Trauma (Anstieg innerhalb 24–48 h), Rauchen, Schwangerschaft, orale Estrogene, Tumorerkrankungen und chronische Entzündung; erniedrigte Werte siehst du bei DIC, schwerer Leberinsuffizienz, Lyse-Therapie und kongenitaler Hypofibrinogenämie.
Quellen
- Fibrinogen Studies Collaboration (Danesh J, Lewington S, Thompson SG, et al.). (2005). Plasma fibrinogen level and the risk of major cardiovascular diseases and nonvascular mortality: an individual participant meta-analysis. *JAMA*doi:10.1001/jama.294.14.1799
- Kaptoge S, Di Angelantonio E, Pennells L, et al. (Emerging Risk Factors Collaboration). (2012). C-reactive protein, fibrinogen, and cardiovascular disease prediction. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1107477
